Aquarium einrichten: vom Naturkies bis zum Nitrit-Test

Wer ein Aquarianer werden will, muss sich viel Fachkenntnisse anlesen, denn ein Wasser-Biotop ist alles andere als pflegeleicht. Anfänger machen oft den Fehler und kaufen mit dem Aquarium schon die ersten Fische.

Wer ein Aquarium einrichten möchte, sollte bedenken, dass es sich bei dem künstlich angelegten Lebensraum für Pflanzen und Fische um ein kleines Biotop handelt, welches der regelmäßigen Pflege bedarf. Da ein Meerwasseraquarium detaillierte Kenntnisse erfordert und darüber hinaus die Anschaffungskosten höher sind als die eines Süßwasseraquariums, empfiehlt sich für Einsteiger zunächst der preisgünstigere Weg.

Die kleinsten Aquarien fassen um die 50 Liter und sind im Handel in der Regel im Set mit Thermostatheizung, Pumpe, Filter, Wasseraufbereiter und Fischfutter erhältlich. Beim Wasseraufbereiter handelt es sich um eine Flüssigkeit, die die Schadstoffe aus dem Leitungswasser neutralisiert. Wer Wasserpflanzen in sein Aquarium setzen möchte, sollte sich für Natursand oder feinkörnigen Naturkies entscheiden, denn er enthält die für Pflanzen notwendigen Nährstoffe. Dekoration aus halben Kokosschalen, Moorwurzeln oder Steinen dienen kleineren Tieren als Versteck und Laichplatz.

Für die Optik ist es besser, hoch wachsende Aquarienpflanzen für den Hintergrund, und niedrige Pflanzen für den vorderen Bereich zu wählen. Die schnell wachsende Wasserpest ist relativ anspruchslos und beugt Algenwachstum vor. Auch die Anubia-Arten sind robust und durch ihre vielen Blätter ein ideales Rückzugsgebiet für kleine Schwarmfische und Garnelen. Zunächst werden das Aquarium und der Kies gründlich mit klarem Wasser gereinigt. Auf jegliches Reinigungsmittel ist zu verzichten, denn selbst kleine Reste sind für Pflanzen und Tiere schädlich. Die Pflanzen werden für mehrere Stunden gewässert, da sie mit Düngemitteln herangezogen werden, die die Fische nicht vertragen. Nun wird der Kies ins Becken gefüllt, wobei die Höhe der Schicht etwa sechs Zentimeter betragen sollte. Das zuvor mit dem Aufbereiter neutralisierte Wasser wird so weit eingefüllt, bis der Pegel die Hälfte des Aquariums markiert und die Pflanzen vorsichtig eingesetzt werden können. Danach gießt man das gesamte Wasser in das Becken. Das Thermostat erhält in Abhängigkeit von dem zukünftigen Fischbesatz eine Temperatureinstellung von etwa 23 bis 26°C. Zum Schluss wird die Pumpe mit den Filtermedien montiert und eingeschaltet.

Nitrit ist ein Abbauprodukt, das sich nach wenigen Tagen im Aquarium bildet und auch in natürlichen Gewässern vorkommt. Jetzt ist es wichtig, den sogenannten Nitritpeak abzuwarten. Dies ist die für neu eingerichtete Aquarien typische, höchste Konzentration an Nitrit, die sich nach einigen Wochen zeigt und für die Fische tödlich ist. Erst, wenn sich das biologische Gleichgewicht eingestellt hat und genug Bakterien Nitrit in Nitrat umwandeln, können die ersten Süßwasserfische eingesetzt werden. Nitrit-Tests sind ebenfalls im Fachhandel erhältlich.