Das Springen mit dem Seil ist bekannt vom Boxsport und ein beliebtes Kinderspiel. Im Bereich zwischen diesen beiden Extremen wird das spielerische Fit-Springen zu unrecht unterschätzt.
Ein Springseil erweckt für viele Menschen Erinnerungen an die Kindheit, bei einigen Gute, bei anderen weniger Positive. Während einige Kinder wie Kängurus unentwegt durch die Gegend hüpfen können, endet für andere jeder Versuch früher oder später mit einem Sturz und aufgeschürften Knien. Das Hüpfen mit einem Seil sieht nämlich bei Könnern ganz einfach und beschwingt aus, tatsächlich stellt es jedoch einige Anforderungen an das Koordinationsvermögen. Da die Arme mitbewegt werden, und das gesamte Körpergewicht von den Beinen recht schnell immer wieder hochkatapultiert werden muss, wird die Ausdauerfähigkeit ebenso in Anspruch genommen wie die Sprungkraft. Im Grunde genommen ist dieses simple Hilfsmittel ein ideales Crosstrainingsgerät.
Aus den genannten Gründen wird das Seil traditionell im Boxsport zum Training eingesetzt. Denn Boxer müssen im Kampf beständig Arm- und Beinbewegungen trainieren, eine gute Kondition besitzen und zugleich kraftvoll und schnell agieren können. Da das Seil ohne Partner und mit sehr geringen Kosten einsetzbar ist, stellt es sich eigentlich als ideale Zusatzoption für das Training im Breitensport dar. Dennoch findet sich ein Seil erstaunlicherweise selten unter den Utensilien von Freizeitsportlern. Als klassische Konditionssportarten wird meist Joggen, Radfahren oder Schwimmen betrieben. Wer seine Kraft trainieren will, geht häufig an Maschinen im Fitnessstudio. Dabei wird oft vergessen, dass der Körper auch trainieren muss, wie er seine angesammelten Muskeln für komplexe Bewegungsabläufe miteinander zu koordinieren hat. Jogger und Kraftsportler haben manchmal gar keine gute Balance, obwohl sie durchtrainiert und fit sind.
Mit einem Springseil lassen sich diese Mankos gut ausgleichen. Die Schwierigkeit der Übungen lässt sich beliebig steigern, man kann seitlich springen, auf einem Bein, den Knien, mit gekreuzten Armen und so weiter. So wird die Koordinationsanforderung erhöht. Anregungen geben Videos von Meisterschaften oder Showauftritten entsprechender Gruppen. Auch ohne Kunststücke ist ein Seil ein effektives Trainingselement, das sich fast an jedem Ort auch in den Alltag integrieren lässt.