Die Gebärdensprache ist die Sprache der Gehörlosen und der Schwerhörigen. Die Kommunikatikon findet über die Visualisierung der Worte statt und dabei gibt es wie beim gesprochen Wort vielfache Dialekte und Fremdsprachen.
Menschen, die in ihrer Hörwahrnehmung stark oder sogar völlig eingeschränkt sind, benötigen eine andere Form der Kommunikation. Die Gebärdensprache ist visuelle Umsetzung der Lautsprache, die in aller Regel von einer Mundaussprache begleitet wird. Bei dem Gebärden ist es völlig egal, ob Gehörlose sich untereinander verständigen, oder ob der Sprachaustausch zwischen Hörenden und Gehörlosen stattfindet. Der in seinem Hörvermögen stark eingeschränkte Mensch deutet dabei die visuelle Umsetzung der Gebärden und liest parallel dazu von den Lippen ab. Beim Gebärden werden entweder Worte mit dem Gebärdenalphabet buchstabiert oder ganze Worte mittels Bewegung und in einem vereinfachten Satzgefüge dargestellt. Die Verständigung mittels der Visualisierung soll dabei so schnell und zügig stattfinden, sodass ein normales Gesprächstempo eingehalten werden kann. Wichtig ist zu wissen, dass es auch bei der Gebärdensprache sehr große regionale Unterscheidungen gibt. Die Dialekte sind, wie auch beim gesprochenen Wort, eine große zusätzliche Sprachbarriere, und daher wird auch bei der Ausbildung der Gebärdensprache sehr großen Wert auf ein reines Hochdeutsch gelegt.
Gebärdensprache erlernen ist durch unterschiedliche Vorgehensweisen möglich. In nahezu jeder Stadt werden Kurse an den Volkshochschulen angeboten, die zumindest ein Grundverständnis der Gebärdensprache vermitteln. Vielerorts finden auch im Anschluss an die Grundkurse auch Fortgeschrittenkurse statt, die eine Vertiefung der Sprachkenntnisse ermöglichen. Auch selbst gegründete Sprachgruppen, die zu regelmäßigen Austausch einladen, lassen sich schnell über das Internet herausfinden. Bei der Gebärdensprache gilt wie bei allen anderen Sprachen auch, dass nur die kontinuierliche Anwendung die Sprachkenntnisse verfestigt und weiter unterstützt. Auch werden im Deutschen Fernsehen mittlerweile viele Sendungen und Nachrichten zusätzlich gebärdet. Das regelmäßige Ansehen der gedolmetschten Ausstrahlungen hilft, sich das Erlernte besser einzuprägen und in der Übung zu bleiben.
Auch das World Wide Web bietet neben dem Angebot an unterschiedlichsten CD-ROM-Sprachkursen, die Möglichkeiten das Gebärden in seinen Grundzügen zu erlernen. Die Anwendung des Erlernten sollte dabei dennoch nicht vernachlässigt werden und so ist es sinnvoll, neben dem digitalen Angebot die Sprache auch im Alltag anzuwenden.
Eine intensivere Auseinandersetzung mit der Gebärdensprache bietet ein einschlägiges Studium an einer der deutschen Hochschulen, wie zum Beispiel an der Universität Hamburg, Magdeburg-Stendal oder Zwickau. Die Studierenden, die das Gebärden in Zukunft beruflich einsetzen wollen, werden hier zum Gebärdendolmetscher ausgebildet. Eine weitere Möglichkeit zur Übersetzerausbildung bietet eine berufsbegleitende Weiterbildung an dem Gehörloseninstitut in Nürnberg oder an dem Gebärdeninstitut Württemberg in Winnenden. Auch diese Weiterbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren und schließt mit einer staatlichen Prüfung zum Gebärdendolmetscher ab.